Geschichte von Waldenburg

Die Geschichte von Waldenburg reicht bis ins zwölfte Jahrhundert zurück. Die erste historische Erwähnung über die Stadt kann dem Dokument aus dem Jahre 1305 „Liber fundationis Episcopatus Wratislavienis“ entnommen werden, in dem angegeben wird, das Waldenburg damals eine Pfarrei war, den Namen Waldenberc trug und von den Fürsten des Fürstentums Schweidnitz-Jauer (Księstwo świdnicko-jaworskie) regiert wurde. Doch nach Angaben des Chronisten Ephrain Ignatius Naso existierte die Waldsiedlung bereits im Jahre 1191. Der Name sollte von den Wallfahrern geschaffen worden sein, die zu einer Holzkirche mit Heilwasser auf einem Hügel oder zu einer alten Burg inmitten des Waldes gepilgert waren.

Die ersten Dorfbewohner sind der Jagd, Bienenzucht und dem Fällen von Bäumen nachgegangen, die als Brenn- und Baumaterial verwendet wurden. Mit der Zeit entwickelten sich die Landwirtschaft, das Handwerk und die Viehzucht. Dort, wo sich heute die Wyzwolenia-Allee befindet, wurde Vieh getrieben, und an der heutigen Maria-Konopnicka-Straße standen die Scheunen der damaligen Bürger.

Seit 1278 war die Geschichte von Waldenburg mit dem Schicksal des Fürstentums Schweidnitz und anschließend mit dem Fürstentum Schweidnitz-Jauer verbunden. Die Regierung der Piasten trug in dieser Region zur Entstehung von mächtigen Burgen und Festungen, unter anderem Schloss Fürstenstein (Książ), Neuhaus (Nowy Dwór), Hornschloss (Rogowiec), Schloss Freudenburg (Radosno), Kynsburg (Grodno) sowie Striegau (Strzegom), Schweidnitz (Świdnica) oder Friedland in Niederschlesien (Mieroszów) bei, die das Fürstentum vor den Überfällen der Tschechen schützen sollten. In dieser Zeit begann man mit dem Abbau von Silber, Blei und Steinkohle. Den Spuren des Bergbaus kann entnommen werden, dass sich die ersten Minen an den Hängen vom Vogelberg (Ptasia Góra) befanden.
In der Nähe des heutigen Bahnhofs Wałbrzych Miasto sprudelten Mineralquellen (erste Erwähnungen bereits im Jahre 1375) und Alt Wasser (Stary Zdrój) erlangte um die Wende des 18./19. Jahrhunderts den Rang eines bekannten Kurortes.

Im Jahre 1382 ging Waldenburg in den Lehnsbesitz der Familie Schaff, die später als Schaffgotsch bekannt wurde, über. Der Tod der Herzogin Agnieszka, der Witwe des Herzogs Bolko II, beendete im Jahre 1392 die Herrschaft der Piasten in dieser Region. Trotz des Widerstands gegen die Anerkennung der böhmischen Regierung gelang es dem Kaiser Karl IV von Luxemburg, der auch König von Böhmen war, kraft der früheren Abkommen den Besitz des Fürstentums Schweidnitz-Jauer zu übernehmen.

In den Jahren 1402 – 1426 wurde Waldenburg (heute Wałbrzych) von der Familie Schaffgott die Stadtrechte verliehen. Die Güter gelangten kurzfristig in den Besitz von Johann Liebenthal und gingen im Jahre 1434 in den Besitz der Familie Czettritz über. Ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ging Waldenburg von einer Hand in die Andere in den Besitz vom König des Königreichs Ungarn Matthias Corvinus, Vladislav II. von Böhmen und Ungarn (Władysława Jagiellończyk) und als Pfandgüter an Fabian von Tschirnhaus aus Bertelsdorf über. Im Jahre 1492 kehre Waldenburg in den Besitz der Familie von Czettritz und blieb in deren Hand fast 250 Jahre lang.

Die Wende des 15./16. Jahrhunderts war aufgrund der Hussitenkriege, der Kämpfe um Schlesien, Raubüberfälle durch Ritter und Räuber, Zerstörung von Dörfern und Schlössern sowie Naturkatastrophen und Epidemien eine schwierige Zeit für Waldenburg.

Die Zeit der wirtschaftlichen Erholung und des Wiederaufbaus begann in Waldenburg im 16. Jahrhundert. Das war auch die Geburtsstunde der Flachs-Industrie in der Region. Das 17. Jahrhundert war durch den Dreißigjährigen Krieg, die Epidemien und Seuchen eine weitere schwierige Periode in der Geschichte der Stadt.

Im Jahre1738 ging die Stadt für einen Betrag in Höhe von rund 40.000 Taler in die Hände der neuen Besitzer, der Familie Hochberg, die damals das Schloss Fürstenstein bewohnten, über. Sie herrschten in Waldenburg bis 1808, also bis zum Erlass des Königs von Preußen vom 19. November 1808, in dem die Preußische Städteordnung erlassen wurde.

Nach einer weiteren schwierigen Phase, in der die Napoleonischen Kriege folgten, kam es zu einer Blütezeit von Waldenburg. Man verlegte die Eisenbahnlinie, es kam zu einer rasanten Entwicklung von Bergwerken und Kokereien, man errichtete viele öffentliche Gebäude und Industrieanlagen, in der Stadt entstand eine typischen Großstadtbebauung mit stattlichen Mietshäusern, es wurde ein Straßenbahnnetz angelegt und es wurden viele Organisationen gegründet. Zu dieser Zeit nahmen auch die mechanische Spinnerei (1818), die Maschinenfabrik „Huta Karol“ (1820), die Porzellanmanufaktur „Krzysztof” (1829), die Porzellanfabrik „Waldenburg” (1845) und die Glashütte (1868) ihre Tätigkeit auf.

Der Erste und der Zweite Weltkrieg hatten keine direkte Auswirkung auf die Stadt Waldenburg und deren Bewohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es in Waldenburg zur Vertreibung der Deutschen und zur Ansiedlung der Polen aus den ehemaligen Ostgebieten der Zweiten Republik Polens, des Zentralpolens und auch Re-Emigranten, meist polnischer Bergleute, die aus Frankreich, Westfalen und Belgien kamen.

Bereits in den ersten Nachkriegsjahren lebten in Waldenburg kulturelle und soziale Aktivitäten auf. Es entstanden: Waldenburger Philharmonie, Puppentheater, dramatisches Theater, städtisches Museum, Gesang – und Tanzensemble „Wałbrzych“ und regionales Kulturzentrum.

In der Nachkriegszeit änderte sich auch die räumliche Anordnung der Stadt. In die administrativen Grenzen wurden weitere Bezirke eingeführt, unter anderem Oberwaldenburg (Podgórze), Altwasser (Stary Zdrój) und Weißstein (Biały Kamień). Es wurden neue Siedlungen gebaut, zu den größten gehörten: Sandberg (Piaskowa Góra) und Unterberg (Podzamcze).

Nach 1990 infolge von Veränderungen wurde mit der Stilllegung von Bergwerken und Kokereien begonnen. Die heutige Industrie von Waldenburg basiert hauptsächlich auf der Keramik-, Automobil-, Bekleidung-, Baustoffbranche. Im Jahre 1997 wurde am Rande der Stadt die Waldenburger Sonderwirtschaftszone gegründet, wo sich mehrere renommierte polnische und ausländische Firmen angesiedelt haben.

Das Bild von Waldenburg hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Waldenburg von heute ist eine moderne grüne Stadt mit herrlichen Sehenswürdigkeiten und Freizeiteinrichtungen.