Burg Neuhaus (Nowy Dwór)

Die Ruinen der Burg Neuhaus befinden sich auf dem Schlossberg (Góra Zamkowa, 618 m). Die frühe Geschichte der Burg ist unbekannt, es wird davon ausgegangen, dass hier bereits im 13. Jahrhundert irgendwelche Siedlung existierte. Die erste Erwähnung des Bauwerks stammte aus dem Jahre 1364. Es wird allgemein angenommen, dass die Burg vom Fürst von Schweidnitz Bolko I. von Schweidnitz (Bolek I Surowy) am Anfang des 14. Jahrhunderts, oder Bolko II dem Kleinen (Bolek II Mały) in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut wurde. Zusammen mit der nahe gelegenen Freudenburg und dem Hornschloss stellte die Burg eine der Festungen an den Grenzen dar und sollte das Fürstentum Schweidnitz-Jauer vor den Invasionen aus dem Süden schützen.

Für lange Zeit war die Geschichte der Stadt und der Burg eng miteinander verbunden. Derjenige, der in der Burg regierte, war zugleich der Besitzer der Stadt.

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ging die Burg in die Hände der Familie Schoff und anschießend wurde sie an die Familie Liebenthal und dann an die Familie Czettritz verkauft. Die Besitzer wechselten häufig, in der Burg herrschte unter anderem Georg von Stein, der Kanzler des ungarischen Königs Corvinus und die Raubritter. Die Letzteren plünderten Dörfer und Städte, warteten vor allem auf reiche Kaufleute, die von Schweidnitz, einer Handels- und Industriestadt, zogen. Doch die Burg kehrte immer wieder an die Familie Czettritz zurück. Dieser Ablauf wiederholte sich bis zum Jahre 1581, in dem ein bewohnter Teil der Burg, höchstwahrscheinlich durch einen Blitz niederbrannte und die Familie Czettritz den Entschluss über den Bau einer neuen Residenz, das Schloss Waldenburg, heute Czettritz-Schloss, fasste.

Im 15. Jahrhundert, während der Kämpfe zwischen Vladislav II. von Böhmen und Ungarn mit Matthias Corvinus, König von Ungarn, spielte die Burg als eine Festung, ausgestattet mit Artillerie, eine wichtige Rolle. Aus den Unterlagen geht hervor, dass die Burg mit Stich- und Schnittwaffen von Schweidnitz, Striegau und Jauer, Zentren für Eisen- und Stahlprodukte sowie Schmiedekunst, beliefert wurde.

Die alte Burg wurde in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges immer noch als Festung ausgebaut, jedoch nach dem Krieg wurde die Burg endgültig aufgegeben und ist verfallen.

Bis zum heutigen Tag blieben nur Fragmente der beiden Gebäude sowie der Hofmauer erhalten. Die Wände wurden aus regional abgebauten Steinen und Kalkmörtel gebaut. Die Schutzmauer des Hofes ist bis zu einer Höhe von mehreren Metern erhalten geblieben.

Zugang zum Schloss:
Gelbe Route vom Hauptbahnhof Wałbrzych Główny. Laufzeit ca. 30 Min.